Betreuung des Compass-Archivs und von ZEDHIA im Compass-Verlag
Diplomstudium Geschichte an der Universität Wien
Der Compass erschien seit 1868 praktisch durchgehend über einen Zeitraum von 135 Jahren in Buchform. In dieser Zeit erhielt der Verlag viele Zuschriften von dankbaren Lesern und eifrigen Benutzern dieses im alltäglichen Gebrauch sehr hilfreichen wirtschaftlichen Nachschlagewerks.
Nur einmal gab es aufgrund der kriegsbedingt schwierigen Umstände im Jahr 1945 eine zeitliche Unterbrechung der regelmäßigen Erscheinung von Bedeutung: Am Ende des Zweiten Weltkriegs.
Doch schon bald nach Beendigung der Kampfhandlungen wurde wieder, trotz aller anfänglichen Schwierigkeiten, zuerst mit den Behörden, dann mit den erschwerten Produktionsbedingungen, an einer neuen Ausgabe des Compass, namentlich dem Finanziellen Jahrbuch 1945: Österreich gearbeitet.
Aufgrund der besonderen Umstände, die nationalsozialistischen Behörden hätten das Material und den Stehsatz für den Compass beinahe vernichten lassen und die Produktion war im Wien der unmittelbaren Kriegs- und Nachkriegszeit nicht möglich, wurden die Daten des Redaktionsschlusses vom Jänner 1945 erst im September des gleichen Jahres veröffentlicht. Dementsprechend spiegeln die Informationen dieser Compass-Ausgabe die Situation vor der Kapitulation des nationalsozialistischen Deutschlands wider. Die Redaktion äußerte sich zur besonderen Lage im Vorwort der Ausgabe:
Es folgte mit dem Büro-Compass. Ein Nachschlagewerk für die Wirtschaft mit Vormerkkalender im Februar 1946 die erste Veröffentlichung, die mit aktuellen Informationen zur Nachkriegssituation aufwarten konnte. Ein Werk, bei dem die Darstellung der damals gültigen Wirtschaftsgesetzgebung im Vordergrund steht.
Der Fokus auf die juristischen Aspekte wird auch aus den Vorbemerkungen ersichtlich:
Über den Büro-Compass von 1946/47, welcher inhaltlich an die Ausgabe von 1945/46 mit mehr Umfang und voller Aktualität anschließt, schreibt der Wirtschaftswissenschaftler und spätere Direktor der Hochschule für Welthandel (Vorläufer der heutigen Wirtschaftsuniversität) in Wien, Richard Kerschagl, in seiner Rezension:
Einige Monate nach dem Büro-Compass folgte im Oktober 1946 der Industrie-Compass 1945/46. In diesem wurden bereits die ersten umfangreichen Erhebungen der Nachkriegszeit in die Dokumentation des österreichischen Wirtschaftslebens mit einbezogen. Dazu die Compass-Redaktion:
Als diese drei Werke erschienen und verschickt worden waren, gab es sehr viele Danksagungen von der Spitze der damals noch jungen, bzw. im Werden begriffenen, II. Österreichischen Republik.
Unter diesen prominenten Persönlichkeiten, die dem Compass-Verlag für seine Bemühungen und Leistung dankten und für die weiteren Publikationen Glück wünschten, waren unter anderen:
Karl Renner - Staatskanzler 1945 und danach Bundespräsident Österreichs bis zu seinem Tod 1950:
Leopold Figl - 1. Bundeskanzler der Zweiten Republik 1945-1953, der in seinem Dankschreiben auch seine persönliche Freundschaft mit dem Chefredakteur des Compass, Leonidas Martinides mit der Unterzeichnung "Dein Figl" zum Ausdruck brachte:
Adolf Schärf - Vizekanzler 1945-1957 und danach Bundespräsident bis zu seinem Tod 1965:
Im Folgejahr erschien bereits ein Handels-Compass, doch ein aktualisierter Finanz-Compass ließ noch bis 1950 auf sich warten. Mit dem Jahr 1950 beginnt bereits wieder die reguläre Erscheinungsweise der Compass-Bände für Österreich.
In dieser Zeit des beginnenden Wirtschaftswunders und kurz vor Abschluss des Österreichischen Staatsvertrages am 15. Mai 1955, erhielt der Compass-Verlag wieder viele gute Wünsche und Lob von den wirtschaftlichen Lenkern der Republik. Besonders hervorzuheben ist hierbei das zu dieser Zeit wirtschaftspolitisch maßgebliche Duo Raab-Kamitz:
Julius Raab - Präsident der Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft von 1946-1953, sowie 1961-1964 und österreichischer Bundeskanzler von 1953-1961:
Reinhard Kamitz - Finanzminister Österreichs von 1952-1960:
Regelmäßige Dankschreiben der wirtschaftspolitischen Prominenz der Republik Österreich begleiteten den Verlag auch in den Folgejahren und bis zum Ende der gedruckten Compass-Werke im Jahr 2003.
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